Dienstag, 27. Juli 2010

Inception- Deutsche Presseschau

Christopher Nolans Inception wurde schon vor Kinostart in den USA von den Kritikern überwiegend positiv aufgenommen. Bei 244 eingegangenen Kritiken bei Rotten Tomatoes waren 211 positiv und wer sich in der US-Amerikanischen Medienwelt umschaut, wird wohl sehr oft hören müssen, dass es sich bei Inception um ein Meisterwerk handle. In diesen Tagen trudeln so langsam die deutschen Kritiken zu Inception ein und wie der Film von den deutschen Kritikern aufgenommen wurde, erfahrt ihr in meiner Presseschau.

Carsten Baumgardt von Filmstarts.de nannte den Film ein Meisterwerk und gab ihm die Höchstwertung (5 von 5 Punkten). Er lobte die starke Darstellung Leonardo DiCaprios und Marion Cotillards, die seiner Meinung nach sogar die DiCaprios übertreffe.

"[...] Christopher Nolans surreales Meisterwerk „Inception" ist eine virtuose Symbiose aus Kunst und Kommerz in bombastischen Dimensionen, die den Zuschauer mit purer handwerklicher Perfektion attackiert. Eines ist jedoch glasklar: Wer sich nicht auf den Zelluloid-Irrgarten von „Inception" einlässt, sitzt definitiv im falschen Film. Wem dieser Eintritt in eine fremde Welt hingegen gelingt, der wird mit dem originellsten und komplexesten Stück Big-Budget-Kino der vergangenen Jahre entlohnt und setzt mit dem Kauf einer Kinokarte ein deutliches Zeichen gegen die Blockbuster-Gleichmacherei Hollywoods. Aber eine ernst gemeinte Warnung zum Schluss haben wir dann doch noch für euch: Hütet euch vor dem Limbus!"
FILMSTARTS.DE (Link zur vollständigen Kritik)

Die Kritik von Hanns-Georg Rodek von der Welt war ebenfalls positiv. Er lobte u. a. "die originäre Handlung, die die Effekte mühelos im Zaum zu halten vermöge."

"[...]Nolan vermag, weil er sich auf unerzähltem Terrain bewegt, auf kein gemeinsames Vorwissen mit dem Publikum zu bauen. Alles muss eingeführt, erklärt und verbunden werden. So durchlebt man "Inception" in dem beständigen Gefühl, die Lage nicht wirklich zu überblicken - aber genug zu wissen, um die gerade ablaufende Szene zu verstehen. Nach zwei Stunden kann Nolan dann triumphierend vier verschiedene Traumebenen mit vier verschiedenen Tempi rasend schnell ineinander schneiden - und wir folgen ihm willig."

Welt.de (Link zur WELT-Kritik)

Anke Westphal von der Berliner Zeitung konnte sich ebenfalls für den Science-Fiction-Film begeistern.

"Hochintelligent spielt Christopher Nolan mit unseren Begriffen der Dimensionen, mit dem Verhältnis von Zeit und Raum. Indem er seine filmischen Räume immer wieder unerwartet neu als Vorstellungs-, Denk- oder Traumräume ausrichtet und sie dabei ineinander verschachtelt, stellt dieser Regisseur grundsätzliche Fragen. Und die reflektieren nicht nur das Medium Film und das Handwerk des Spielleiters, sondern zielen gleich ganz aufs Erkenntnistheoretische: In welcher Wirklichkeit existieren wir?"
Berliner-Zeitung (Link zur Kritik)

"[...] Ein Actionfilm im menschlichen Unterbewusstsein, der in übereinander gelagerten Erzählebenen und mit visueller Brillanz die Architektur des Traumes erkundet."

epd-film.de (Link zur Seite von epd-film)

Die Seite buttkickingbabes.de lobte in ihrer ausführlichen Kritik den Film, sprach ihm aber auch Schwächen zu. Das Fazit lautet also:

"[...] Bei all seinen Schwächen hier und da vermag Inception auf jeden Fall zu fesseln – und ganz am Schluß kippt der Film dann doch noch in philosophische Gebiete, die er vorher nur angesprochen und ausgesprochen hatte, aber nie zu zeigen wagte. Dort bleibt Inception dann bis zum finalen Moment, in dem Nolan die Spannung hält und hält und hält und …"

buttkickingbabes.de (Link zur Kritik)

Christian Alt meinte, der Film bediene sich nicht nur inhaltlich, sondern auch visuell und dramaturgisch bei Vorbildern. Der Plot wirke wie ein bunter Mix aus Ocean's Eleven, Matrix und eXistenz. Diese Entlehnungen bilden seiner Meinung "allerdings nur das Grundgerüst, denn Nolan verflechte diese so kunstvoll und originell, dass es nie aufgesetzt wirke."

"Alles in allem ist Inception ein fantastischer Film – und das im doppelten Wortsinn. Der ungeheuren Fantasie Nolans und seinen 170 Millionen Dollar Budget scheinen keine Grenzen gesetzt zu sein. Nie langweilig, nie zu philosophisch, nie zu actiongeladen. Inception ist der bisher beste Blockbuster und einer der besten Filme des Jahres und die Chancen stehen gut, dass er es bleibt."

negativ-film.de (Link zur Kritik)

Lukas Foerster von critic.de meinte, Inception entpolitisiere das Science-Fiction-Kino ["Was an Inception dagegen sehr wohl irritiert und was auch kritisiert werden dürfen muss, ist die Konsequenz, mit der der Film das Science-Fiction-Kino entpolitisiert. Dass am Anfang der ganzen Unternehmung ein „politischer” Auftrag steht, nämlich die Verhinderung einer Monopolisierung des Industriemarkts, spielt keine Rolle mehr, sobald sich Leonardo DiCaprio und seine nerdigen Freunde in die selbst konstruierten Traumwelten abseilen"].

Sein Fazit über Inception lautet:

"[...] Inception, der ultimative Nerd-Film, interessiert sich nicht mehr für die gesellschaftlichen Uto- und Dystopien des fantastischen Kinos. Die barocke Kathedrale, die Hollywoods chief craftsman Christopher Nolan baut, mag noch so kunstvoll konstruiert sein, am Ende steht hinter jedem Kathedralenbau doch nur wieder deren religiöse Finalisierung. Und im säkularen Medium Film läuft alles darauf hinaus, dass Dom Cobb wieder in die Gesichter seiner Kinder blicken kann."

critic.de (Link zur vollständigen Kritik)

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